Fliehender Engel

 

 Wir teilten uns, einen Liebesengel der Nacht,

er hatte uns in der Dunkelheit, im Schlaf bewacht.

Wenn nun die Nacht beginnt, scheint, er ist fort,

die heutige Nacht, verbringt er an einem anderen Ort.  

 

Gibt es noch einen nächsten Morgen für dich und mich,

so viele Fragen quälen und beunruhigen fürchterlich.

Es sterben vielleicht Träume vom Leben, mit dieser Stunde,

aber nicht deine Wärme, die ich in mir trage, jede Sekunde.  

 

In dieser letzten Stunde habe ich deine Gegenwart gespürt,

dich ein letztes mal in Gedanken sanft verführt.

Fliege nun in Tränen ertrinkend in die Zeit zurück,

in die Zeit, bevor zerbrach unser Traumtanzglück.  

 

Es beginnt die Wirklichkeit, wenn die Träume gehen,

ich kann es nicht begreifen und noch nicht verstehen.

Die Liebe stirbt so einfach nicht, vielleicht jedoch die Zeit,

sie steht still für mich, jedoch die Sehnsucht bleibt.  

 

Mit weinendem Herz, ich ertragen muss was kommen mag,

deine Augen sehe ich dennoch in mir, Tag für Tag.

Spüre deine Hände auf meiner frierenden kalten Haut,

und höre in mir deine Stimme, die mir so vertraut.  

 

In dieser kalten einsamen Nacht, weint der Engel still,

wie ich, weil ich mit allen Sinnen sehnsüchtig zu dir will.

Fühle mich in dieser Nacht verloren, versuche dich zu spüren,

aber ohne den Engel, werde ich dich

immer mehr verlieren.

 

Sleepangel © 2002